"Frau Schmidt, heut is Freitag der 13.!" - die Schüler sind anscheinend abergläubisch! Ich aber nicht, deswegen mache ich mir darum überhaupt keine Gedanken und freue mich auf 2 Stunden Sport mit meinen Zehnermädels. Mein Wochenendkurs, wie ich sie auch nenne: In zwei Zehnte Klassen gehen insgesamt nur 12 Mädels. Die durfte ich übernehmen, die Jungen werden zeitgleich von zwei Sportlehrern in der großen Halle unterrichtet. Freitag morgen also, kurz vor dem Wochenende, und diesmal gibts mit 6 Sportlerinnen fast einen Teilnehmerrekord (zwei bis drei sind immer krank und bleiben ganz zu Hause, der Rest hat wahlweise Unterleibsschmerzen, Schwindelgefühle oder sonstwelche Wehwehchen, und zwischen 3 und 6 Schülerinnen machen dann auch mal mit - mehr oder weniger lustlos eigentlich). Weil das Wetter schlecht ist ("Voll kalt!"), steht Hochsprung auf dem Programm. Gesprungen wird nicht der Flop, da ist die Gefahr einer Verletzung zu hoch, sondern wahlweise Scher- oder Wälzersprung. Die Schülerinnen haben die Möglichkeit, ganz viel zu üben, was auch ganz gut klappt. Wir fangen natürlich nicht mit der Hochsprunglatte an, sondern mit einer Gummischnuer, die die Höhe angibt.
Die besten Springerinnen sind Hanna und Ruby. Doch dann passiert es: Bei einer Höhe von 1.10m verpasst Hanna irgendwie den Zeitpunkt des Absprunges, und kommt ganz blöd auf der Matte auf. Sie hat Schmerzen im Nacken-Schulterbereich und kann erstmal nicht aufstehen. Ich habe sofort den Notruf gewählt - man weiß ja bei sowas nie! Zum Glück istHanna nach einem kleinen Schock-und-Schmerz-Heulanfall wieder ganz gut drauf. Als die Rettungssanitäter kommen, kann sie sogar aufstehen und in den Krankenwagen gehen. Die Sanitäter vermuten dasselbe wie ich: Dass die Muskeln sehr stark gestaucht sind und medizinisch nicht viel zu machen ist. Ins Krankenhaus wird Hanna zur Sicherheit trotzdem gebracht - und die übrigen Mädels sind unglaublich aufgebracht, weil ich in der restliche Unterrichtszeit (ca. 30 Minuten) noch darauf bestehe, ein paar Sprünge in die Weitsprunggrube zu üben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen